Der Hutewald

Projektstart 2025: Ein Hutewald soll entstehen Was ist ein Hutewald? Als Hutewald bezeichnet man historische Mischwälder, in denen das Vieh weiden durfte.

Das Projekt begann mit dem Erwerb einer ersten Teilfläche gegenüber des Mühlenhofes an der Wipper. In über 30 Jahren hat sich hier aus einer Grünlandfläche ohne menschliches Zutun eine Art von Waldlandschaft entwickelt. So keimten hier nur Sträucher und wenige Baumarten, deren Arten sich allein durch Samen aus der Nachbarschaft vermehrten. Einige wenige Bäume sind jetzt ca. 30 Jahre. Die Zahl der Baum- und Straucharten ist aber überschaubar, es fehlen noch typische Hutebäume. Daher sollen noch Baumarten wie Eiche, Linde, Esskastanie und Wildbirne nachgepflanzt werden.

Die Vielfalt von Flora und Fauna ist bislang sehr gering. Tiere mieden den Wald, weil fast völliger Schatten und undurchdringliches Dickicht keinen Spielraum für Tier- und Pflanzengesellschaften zuließen. In den nächsten Jahren soll sich hier ein ökologisch wertvoller Ort mit größerer Baumartenvielfalt, offenen Flächen und Wegen entwickeln. Er soll Schatten spenden, Nahrung für Wildtiere bieten und eine Verbindung zwischen Landwirtschaft und Waldökologie herstellen. Zudem sollen Langzeitstudien zeigen, ob der Hutewald als Modell zum Schutz vor Austrocknung und eine Bereicherung zum Erhalt der Artenvielfalt durch Weidehaltung dienen kann.

Bis dahin werden Jahre vergehen, doch es wird spannend sein zu beobachten, wie sich diese Landschaft verändert. Wer möchte, ist herzlich eingeladen, sich am Projekt zu beteiligen. Die ersten Schritte sind gemacht: Im ersten Flurstück wurden Totholz und Wildwuchs entfernt, sodass am äußeren Ring eine befahrbare Schneise entstand, um vor Ort mit einem Häcksler arbeiten zu können. Zudem wurden zwei Lichtungen vom Kraut befreit; dort wucherten bislang Goldrute und Brennnessel und erstickten alle anderen Pflanzenarten. In den nächsten Jahren soll hier durch wiederholte Mahd und Einsaat ein Grünland mit großer Vielfalt an Arten entstehen.

Für die Bestandsaufnahme wurden die ersten Bäume mit Ziffern markiert; Nistkästen folgen noch im Februar. Eine Blühmischung liegt bereit, die im April an bestimmten Punkten ausgesät wird.